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Antarktische Halbinsel

Die gebirgige Halbinsel gehört zu dem Gebiet der Antarktis, das die meisten Besucher zählt. Als geologische Fortsetzung der Anden-Kette erstaunen die bis zu 3‘000 Meter hohen Eisberge kaum. Die Antarktische Halbinsel ist bis auf die zerklüftete Küste vergletschert und immer wieder brechen donnernd und tosend gigantische Eisbrocken ins Meer. Die ersten Forscher in diesem unwirtlichen Gebiet waren 1873/74 der deutsche Kapitän Eduard Dallmann, der Belgier Adrien de Gerlach, der 1897-99 eine ausführliche Expedition vornahm, sowie der Franzose Jean-Baptiste Charcot, der zwischen 1903 und 1910 etliche Kartierungen durchführte. Nahezu alle Gebietsnamen sind auf die drei Entdecker zurückzuführen.

Die Halbinsel erstreckt sich über 1‘500 Kilometer von Prime Head im Norden bis Cape Adams im Süden. Westlich der Halbinsel liegt die Bellinghausen-See, östlich das Weddellmeer. Im Südsommer sind die Westseite der Antarktischen Halbinsel und ein kleines Gebiet im äussersten Norden zugänglich.

Die Flora ist wie zu erwarten sehr spärlich und besteht aus Moosen und Flechten. Die antarktische Vogelwelt hingegen ist vielfältig. Insbesondere Pinguine können in riesigen Kolonien beobachtet werden. Im 19. Jahrhundert fielen die Pelzrobben den Robbenfängern zum Opfer und wurden ausgerottet. Heute beheimaten Seeleoparden und Weddell-Robben die schmalen Uferstrände.

Das Klima der Antarktischen Halbinsel wird vom Südpolarmeer beeinflusst und ist verhältnismässig mild. An der Küste steigt das Thermometer im Sommer auf bis zu +3°C an, im Winter erreicht es -10°C bis -20°C. Während der Sommermonate fällt im Norden auch gelegentlich Regen. Der Klimaanstieg ist auf der Antarktischen Halbinsel drastisch: Mit 2,5°C in den letzten 50 Jahren ist dies die schnellste und stärkste Erwärmung weltweit.