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Nunavut

Die Heimat der Inuit ist gleichzeitig auch der grösste und nördlichste Bezirk Kanadas. Nunavut erstreckt sich über Teile des kanadischen Festlandes, die meisten der arktischen Inseln Kanadas sowie alle Inseln der James Bay, Ungava Bay und der Hudson Bay. Seine Gesamtfläche beträgt rund zwei Millionen Quadratkilometer und grenzt im Westen an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Provinz Manitoba. Grosse Teile Nunavuts sind als Nationalparks ausgewiesen.

Die „Hohe Arktis“ ist geologisch noch sehr jung und war bis vor rund 20‘000 Jahren noch beinahe gänzlich mit Gletschern bedeckt. Das Eis zog sich nur langsam zurück und erst vor wenigen Jahrtausenden, teilweise sogar nur Jahrhunderten, wurde das Gebiet eisfrei. Neben den ohnehin schwierigen Wachstumsbedingungen ist dies ein wesentlicher Grund für die Artenarmut der Pflanzenwelt. Die Region westlich der Hudson Bay wird deshalb auch als unfruchtbares Ödland bezeichnet. Ist der Süden noch eher von Gräsern, Weiden- und Heidekrautgewächsen besiedelt, so finden sich im Norden überwiegend Moose und Flechten.

Die kargen Tundren Nunavuts werden von Karibus und Moschusochsen besiedelt: wichtige Nahrungs- und Kleidungslieferanten der Inuit. Übertriebene Bejagung haben beinahe zu ihrem Aussterben geführt. Ein zeitlich begrenztes Jagdverbot konnte den Bestand der Tiere retten. Die Tundra ist aber auch Heimat von Eisbären, arktischen Wölfen, Polarfüchsen und Polarhasen, riesigen Vogelscharen, wie den seltenen Gerfalken und den Wanderfalken.

Die Gewässer sind bevölkert von Seesaiblingen und Seeforellen, die in grossem Reichtum vorhanden sind. Ebenso leben viele Meeressäuger in den Küstenregionen, wie Weisswale, Narwale, Grönlandwale, Bartrobben, Ringelrobben und Atlantik-Walrosse.

Klimatisch betrachtet ist die „Hohe Arktis“ eine Polarwüste, da die Niederschlagsmengen 200 Millimeter im Jahr kaum überschreiten. In den übrigen Teilen Nunavuts liegt die Niederschlagsmenge zwischen 400 und 600 Millimeter im Jahr. Die Temperaturen sinken während der langen Polarnacht nicht selten auf -50°C und erreichen während der kurzen Sommerperiode von Mitte Juni bis August um die 10°C. Erschwerend hinzu kommen die häufig starken Winde, welche die gefühlte Temperatur nochmals drastisch sinken lassen. Durch diesen so genannten „Windchill“ fühlen sich gemessene -12°C bei einer Windgeschwindigkeit von 40 km/h wie eine Temperatur von -34°C an.

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