Zu Gast an Bord der neuen SEA CLOUD SPIRIT – die perfekte Alternative für Kreuzfahrer!


Sea Cloud Spirit

Wir waren für Sie vom 10. bis 12. September 2021 auf der Kennenlern-Reise (ab/bis Palma de Mallorca).


Ein neues Kreuzfahrtschiff im Fünf-Sterne-Segment, dazu noch eins, das die meiste Zeit unter Segeln fährt, und das alles am Ende einer Zeit, in der es die Reedereien nicht gerade leicht hatten.

Wir waren schon sehr gespannt auf die neue SEA CLOUD SPIRIT, seitdem uns SEA CLOUD CRUISES zu einem ersten Kennenlernen des Windjammers eingeladen hatte. Und nun lag das beeindruckende Schiff am Pier von Palma de Mallorca vor uns. Würde der 138 Meter lange Neubau den Massstäben gerecht werden, die die ehrwürdige SEA CLOUD und ihre Schwester SEA CLOUD II gesetzt haben? Zwei Tage hatten wir Zeit, eine erste Antwort zu finden…


Freitag, 10. September 2021

Die Anreise

Zur Vorstellung der SEA CLOUD SPIRIT geht es nach Mallorca. Viel ist über die angeblichen Risiken für Reisende durch die Pandemie geschrieben und berichtet worden. Aber während der Anreise nach Mallorca war nichts zu spüren, was diese Besorgnis rechtfertigen würde. Der Flug war genauso entspannt wie der Weg durch den Airport von Palma und anschliessend per Taxi zum Schiff. SEA CLOUD CRUISES hat sehr viel dafür getan, dass diese Entspannung auch an Bord anhält. Als erste deutsche Reederei hat sie einen vollständigen Impfschutz als Reise-Voraussetzung definiert, zusätzlich verlangen die Hamburger einen PCR-Test; unmittelbar vor dem Boarding nimmt der Bordarzt noch einen Schnelltest vor - mehr kann man nicht für das Wohlbefinden und die Gesundheit aller an Bord tun.


Der erste Eindruck

Nun lag das stolze Schiff endlich vor uns - beim Landeanflug hatten wir es schon aus der Höhe gesehen. Obwohl die SEA CLOUD SPIRIT das grösste von Hand gesegelte Kreuzfahrtschiff der Welt ist, wirkt es doch zierlich und genauso elegant wie ihre beiden Schwestern SEA CLOUD und SEA CLOUD II. Auch wenn der Dreimaster ein neues Konzept repräsentiert und eine zusätzliche Zielgruppe ansprechen soll, ist sich die Hamburger Reederei doch in vielen Dingen treu geblieben. Dazu zählen auch liebgewonnene Kleinigkeiten wie die persönliche Begrüssung der neuen Gäste vor dem Schiff und das Glas Champagner an der Gangway.

Dem „Spirit“ auf der Spur

SEA CLOUD SPIRIT - dieser Name ist durchaus ein Statement. Schliesslich beansprucht die Hamburger Reederei damit für das neue Schiff, dass es den legendären Geist der mittlerweile 90 Jahre alten SEA CLOUD ausstrahlt. Jeder, der jemals auf dem ehrwürdigen Flaggschiff von SEA CLOUD CRUISES gereist ist, kann das bestätigen: In dem Moment, in dem man den ersten Fuss auf das Deck setzt, ist dieser „Spirit“ auch auf dem neuen Schiff zu spüren. Weil alles noch so nagelneu wirkt, dauert es auf der SEA CLOUD SPIRIT vielleicht einen Moment länger, aber tatsächlich atmet auch dieses Schiff diesen Hauch des Besonderen, des Einmaligen und des Reisens in seinem ursprünglichen Sinn.


Der erste Rundgang

Der gute Geist zeigt sich schon beim ersten Rundgang. Den Architekten und Designern ist es mit dem Neubau gelungen, das Gestaltungsprinzip der 1931 gebauten SEA CLOUD in ein neues Zeitalter zu übertragen. Die geräumigen Kabinen sind hell und freundlich, mit wertvollem Echtholz und hochwertigen Stoffen gestaltet. Offensichtlich hatte mindestens einer der Planer oder Planerinnen ein Gespür für überraschende Details - später abends an der Bar wird immer wieder die Frage diskutiert, aus welchem Material die Waschbecken in den mit Marmor ausgelegten Badezimmern gefertigt sind - sie sehen nicht nur wunderbar aus, sondern geben bei einer leichten Berührung einen glockenhellen Klang von sich.

Mindestens genauso beeindruckend sind die Balkone, über die 25 der insgesamt 69 Kabinen verfügen: das Meer scheint zum Greifen nahe und doch hinter der Balustrade auf Sicherheitsabstand entfernt - das schafft Behaglichkeit und zusätzlichen privaten Freiraum. Sogar im Hafen: Unser Blick auf die Kulisse Palmas war einmalig.

Die Suche nach Orientierung

Auf den meisten Kreuzfahrtschiffen ist die Suche nach Orientierung der Alltag; auf der SEA CLOUD SPIRIT ist sie wohl eher dem Umstand geschuldet, dass das Schiff werftneu ist - es fehlen ein paar Wegweiser. Aber im Grunde sind sie fast überflüssig. Der Grosssegler verfügt über alle Annehmlichkeiten einschliesslich Fitness-Center (mit Meerblick), Sauna und Wellnessbereich wie ein grosses Kreuzfahrtschiff, aber weil er für deutlich weniger Gäste (maximal 136 Passagiere) konzipiert wurde, ist er überschaubarer und vor allem viel persönlicher und individueller als andere Schiffe.

Apropos Segeln: Dass die SEA CLOUD SPIRIT ein klassischer Windjammer ist, macht sich überall bemerkbar. Die Segel zu setzen, sie zu bedienen und all was dafür an Leinen, Winden und so weiter erforderlich ist, ist Teil des besonderen Erlebnisses an Bord. Nicht nur bei den grossen Manövern, sondern auch im Alltag ist die überaus freundliche Crew allgegenwärtig. Und wo hat man schon die Gelegenheit, den Kapitän einfach mal so an Deck treffen?


Alle Mann an Deck

Der Alarmton klingt schrill. Sieben Mal kurz, ein Mal lang. Zwar ist das obligatorische Sicherheitsmanöver vorher angekündigt worden. Dennoch klingt das Signal zum Verlassen des Schiffes im ersten Moment erschreckend. Das souveräne Auftreten der Crew lässt die Anspannung schnell schwinden. Selbst im Notfall sind wir offensichtlich in guten Händen. Auffallend ist die Zusammensetzung der Crew und der Umgang miteinander. Junge Leute sind dabei, genauso ältere, die neben der Berufs- auch Lebenserfahrung ausstrahlen. Deutsche, Schweizer, Österreicher, Portugiesen, Philippinos - die internationale Gemeinschaft hat offenkundig ein verbindendes Element: die Liebe zur Arbeit auf einem Segelschiff dieser Klasse.


Auch die Liebe zum Schiff geht durch den Magen